{"id":240,"date":"2023-03-01T15:32:00","date_gmt":"2023-03-01T14:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/katharina-nuenninghoff.de\/?p=240"},"modified":"2023-08-21T17:15:48","modified_gmt":"2023-08-21T16:15:48","slug":"abgedreht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/katharina-nuenninghoff.de\/index.php\/2023\/03\/01\/abgedreht\/","title":{"rendered":"\u201eAbgedreht!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Thomas Baumann,&nbsp;M\u00e4rz&nbsp;2023<\/p>\n\n\n\n<p><br>Wenn Hunde nur noch spielen wollen und nicht mehr kommunizieren k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>T\u00e4glich tausendfach zu sehen: die Pupillen geweitet, der K\u00f6rper bebend, die Atmung hektisch, die Stimme von bellend bis kreischend, die Leine furchtbar straff! <br>Und der Mensch am Ende der gestrafften Leine? \u201eMist, jetzt kommt jemand mit Hund entgegen\u201c, so seine Gedanken. <br>Die auf ihn zukommenden, m\u00f6glichen Szenarien sind ihm schon l\u00e4nger bekannt.<br>Nur, welcher seiner Pl\u00e4ne von A bis G soll heute angewendet werden? <\/p>\n\n\n\n<p>Plan A: sofort umdrehen und nichts wie weg. <\/p>\n\n\n\n<p>Plan B: ausweichen und mit gro\u00dfem Abstand links oder rechts vorbei. <\/p>\n\n\n\n<p>Plan C: Augen zu und einfach durch. <\/p>\n\n\n\n<p>Plan D: zur Seite drehen, Hund festhalten und warten, bis alles vorbei ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Plan E: Leine einfach fallen lassen, wird schon gut gehen, er will ja eh nur spielen. <\/p>\n\n\n\n<p>Plan F: Ablenken mit Spielzeug. Hat anfangs funktioniert, jetzt kaum noch. <\/p>\n\n\n\n<p>Plan G: \u201eParty feiern\u201c und die Begegnung mit Fleischwurst garnieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Plan H: Hund reglementieren und Gehorsam einfordern. Hat noch nie funktioniert, wurde auch nie trainiert, da ja Hundetraining nur freiwillig und ohne Strafe sein soll. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Pl\u00e4ne existieren gerade nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst muss jedem klar sein, dass das Szenario Hundebegegnung in der beschriebenen Form weder eine Erfindung noch eine \u00dcbertreibung darstellt. <br>Leidtragende Menschen mit derart verhaltensauff\u00e4lligen Hunden gibt es in enorm hoher Anzahl, und wie so oft, stellt sich auch in diesem Fall die Frage nach den Ursachen. <br>Warum nur gibt es offensichtlich immer mehr Familienhunde, denen kaum noch etwas an Kommunikation mit Artgenossen, sondern weitaus mehr an exzessiven Rennspielen \u2013 und damit an purer Interaktion \u2013 liegt? Na, weil sich der Mensch auch in diesem Fall an Dingen, die krank machen, mehr erfreuen kann, als an gesunden Alternativen, die halt weniger Gl\u00fcckshormone freisetzen. <br>Es ist doch einfach ein besonderer Genuss f\u00fcr Menschen, die kleinen und gro\u00dfen Vierbeiner beim lustvollen Toben \u00fcber eine Wiese zuschauen zu k\u00f6nnen. Das ist doch so sch\u00f6n und kann doch auch nicht schaden. Doch! Und wie das schaden kann. Die Zunahme an \u201espiels\u00fcchtigen\u201c und sozial wenig kompetenten Hunden ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. <\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr gibt es \u2013 wie meistens \u2013 nicht nur eine Ursache, aber Spitzenreiter bei der Schuldfrage sind nach meiner \u00dcberzeugung schlecht gef\u00fchrte Hundegruppen in Welpen- bzw. in Hundeschulen. Hier ist sehr h\u00e4ufig der N\u00e4hrboden f\u00fcr sozial abnormes Verhalten zu finden. Ich lasse nicht unerw\u00e4hnt, dass es auch qualitativ sehr gute Hundeschulen gibt, die das von mir beschriebene Problem zu gut kennen und es einfach besser machen.<br>Daneben sind selbstverst\u00e4ndlich auch sogenannte \u201eFreilauf-Gebiete\u201c verantwortlich, in denen nicht selten 20 und mehr Hunde sich selbst \u00fcberlassen werden und kaum jemand wirklich Plan hat, was Hunden im sozialen Spiel guttun kann und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Fehlinterpretierte Studien!<\/p>\n\n\n\n<p>In den vergangenen Jahren wurde ich immer wieder mit wissenschaftlichen Studien konfrontiert, die angeblich belegen sollen, wie wichtig und wertvoll soziales SPIEL f\u00fcr die Entwicklung des hundlichen Gehirns sein sollen. Auch lernen wohl Welpen allgemein schneller, wenn soziales SPIEL als Teil der Lernprozesse Einfluss nehmen kann.<br>Das w\u00fcrde und werde ich nie in Abrede stellen, auch wenn hier der Zeitfaktor unbedingt ber\u00fccksichtigt werden muss (siehe letzter Absatz \u2013 Humanpsychologie).<br>Wohl aber ergeht der Vorwurf, dass der Begriff SPIEL als solcher nicht ausreichend und vor allem nicht abgrenzend definiert wird.<br>Ganz einfach erkl\u00e4rt: Wenn soziales SPIEL sch\u00f6n und angenehm empfunden wird, ist alles im Lot; wenn hingegen soziales SPIEL als \u201egeil\u201c und \u201eberauschend\u201c empfunden wird, lehren wir unseren Hunden soziale Irrwege, aus denen diese Hunde selbst und ohne Hilfe von au\u00dfen \u00fcberhaupt nicht mehr herausfinden k\u00f6nnen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Hunde \u201ereden\u201c k\u00f6nnten!<\/p>\n\n\n\n<p>In unseren sonnt\u00e4glichen Welpengruppen (Sozialisierungs-Stunden mit max. 10 Welpen) beginnen wir mit Ruhe\u00fcbungen (Stand-By-Modus) und sozialer Zweisamkeit (Mensch und Hund). Nach und nach kommt es dann zu Einzelzusammenf\u00fchrungen zwischen zwei(!) passenden Welpen. Diese d\u00fcrfen jeweils einige Minuten kontrolliert kommunizieren und interagieren. Dann pausieren die zwei Welpen und die n\u00e4chsten zwei Welpen werden zusammengef\u00fchrt.<br>Nach etwa 30 bis 40 Minuten wird nach Vorauswahl die Gruppe auf 4 bis 6 Welpen erh\u00f6ht. Es beginnt das freie kommunizieren und interagieren, wobei die Gruppe individuell alle paar Minuten \u201epersonell\u201c umgestaltet wird.<br>Eingegriffen wird explizit nur dann, wenn sich extrem hohe Erregungsprozesse in einem Welpen oder auch tendenzielles Meideverhalten (Angst\/Unsicherheit) abzeichnen. Aggressionsverhalten (konstruktiv) ist selbstverst\u00e4ndlich erlaubt!<br>Es bedarf \u00fcbrigens einer ganzen Menge an Erfahrungen und Wissen, Welpengruppen so zu steuern bzw. zu koordinieren, dass m\u00f6glichst jeder einzelne Welpe davon auch profitieren kann. Niemals eine Sache f\u00fcr unerfahrenes \u201eEinstiegs-Personal\u201c in einer Hundeschule, was leider viel zu h\u00e4ufig der Fall ist.<br>Am Ende der Sozialisierungsstunde schlie\u00dfen wir erneut mit Ruhe\u00fcbungen ab.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnten die uns anvertrauten Welpen reden, w\u00fcrden sie \u2013 zuhause von Artgenossen befragt: \u201ewie war es in der Hundeschule?\u201c \u2013 mitteilen: \u201eJa, war ganz nett, habe ein paar Kumpels kennengelernt, mit denen ich mich austauschen konnte. Ansonsten war es recht ruhig dort\u201c.<br>W\u00fcrden sie hingegen antworten: \u201edas war abartig geil, unvorstellbar! Da solltest du mal dabei sein\u201c, dann h\u00e4tte ich eine ganze Menge st\u00fcmperhafte Fehler gemacht.\u201c<br>Das Gef\u00fchl \u201eabartig geil\u201c erzeugt n\u00e4mlich Gl\u00fccksgef\u00fchle mit problematischen Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sache mit dem Dopamin<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist v\u00f6llig unbestreitbar \u2013 auch wissenschaftlich \u2013 dass extrem positiv assoziierte Reize die k\u00f6rpereigene Droge Dopamin freisetzt. Dopamin treibt uns nach Freisetzung unnachgiebig an, bestimmte Handlungen zu vollziehen.<br>Nach \u201eVollzug\u201c werden Endorphine ausgesch\u00fcttet. Endorphine sind Gl\u00fcckshormone die \u00e4hnliche chemische Strukturen aufweisen wie Drogen auf opiater Basis.<br>Euphorische Rauschzust\u00e4nde und zunehmendes Suchtverhalten reduzieren in diesem Zusammenhang die Lebensqualit\u00e4t mittlerweile viel zu vieler Familienhunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nun behaupten sollte, exzessive Rennspiele unter Hunden w\u00fcrden unter den Begriff Kommunikation fallen, unterliegt einem Irrtum. Kommunikation ist in erster Linie auf Informationsaustausch ausgelegt, bei dem sich zwei oder auch mehr etwas zu sagen haben. Man redet quasi miteinander. Bei Rennspielen hingegen ist ein Informationsaustausch geringgradig oder \u00fcberhaupt nicht gegeben.<br>Auch deshalb spricht man bei Rennspielen in erster Linie von Interaktion und nicht von Kommunikation. Und wenn man Interaktion definiert, so gilt sie als \u201ewechselseitige Beeinflussung Einzelner oder Gruppen.\u201c Das geht \u00fcbrigens auch ohne weiteren Informationsaustausch und damit kann Interaktion auch (zumindest weitestgehend) frei von Kommunikation sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Interaktion station\u00e4r oder mobil!?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir aber den Begriff Interaktion etwas genauer und unter Praxisbezug beurteilen wollen, m\u00fcssen wir zwischen station\u00e4rer und mobiler Interaktion unterscheiden.<br>Bei der station\u00e4ren Interaktion bleiben die sozial spielenden Hunde quasi positionstreu; sie balgen, ringen, k\u00e4mpfen (spielerisch) an ein und derselben Stelle. Dabei sind die Hunde ruhiger, konzentrierter und auch deutlich ansprechbarer. Zudem wird deutlich mehr kommuniziert als in einer mobilen Interaktion.<br>In einer mobilen Interaktion wird die vorhandene Bewegungsenergie in l\u00e4uferische Momente verpackt. Der eine jagt, der andere wird gejagt. Rennspiele entstehen, die allzu h\u00e4ufig auch das sogenannte Beutefangverhalten (spielerisch) aktivieren.<br>Und genau an dieser Stelle zeigt uns die Praxis ganz deutlich, dass insbesondere bei Welpen und Junghunden die gr\u00f6\u00dften Gefahren in den so beliebten Rennspielen liegen, die h\u00e4ufig exzessive Ausma\u00dfe annehmen.<br>Die Grenzen einer \u201egesunden\u201c mobilen Interaktion hin zur \u201ekrank\u201c machenden Interaktion sind flie\u00dfend und hier tun sich sogar Fachleute schwer, den Zeitpunkt eines suchtf\u00f6rdernden Verhaltens richtig einzusch\u00e4tzen.<br>H\u00e4ufig wird in diesem Zusammenhang bei Rennspielen viel zu sp\u00e4t eingegriffen!!!<\/p>\n\n\n\n<p>Unvermeidbarer Einstieg in die Leinenaggression bei \u201es\u00fcchtigen\u201c Hunden!<\/p>\n\n\n\n<p>Und hier der h\u00e4ufigste Weg in die konditionierte Leinenaggression:<br>\u2022 Jeder hundeerfahrene Zweibeiner wird sofort best\u00e4tigen, dass soziales Spiel eine enorm hohe Attraktivit\u00e4t aufweist (und auch wichtig ist).<br>\u2022 Bei nicht wenigen Hunden ist soziales Spiel auch mit einer erkennbar ansteigenden Lust verbunden. Das \u00fcbersehen leider viele, die es aufgrund ihrer Verantwortung nicht \u00fcbersehen d\u00fcrften.<br>\u2022 Dass dabei auch die Aktivierung des Dopaminsystems und die Aussch\u00fcttung von Endorphinen zu vermerken ist, d\u00fcrfte ebenso unstrittig sein.<br>\u2022 Betroffene Hundebesitzer berichten sp\u00e4ter sehr h\u00e4ufig, dass es zu einer alltagsbedingten Reduktion sozialer Kommunikation\/Interaktion nach dem Besuch von Welpenschulen kommt. Weniger Zeit, weniger Artgenossen im unmittelbaren Umfeld, mehr Leinenf\u00fchrigkeit, mehr Kontrolle und damit in sehr vielen F\u00e4llen - weniger Kontakte! Das Suchtpotential aber besteht ja bereits!<br>\u2022 Hundebegegnungen mit dem zunehmend erwachsen werdenden Hund werden schwieriger, weil die konditionierte Erwartungshaltung (soziales Spiel) in Hundebegegnungen - aus Sicht des Hundes - in nicht ausreichender Weise stattfinden kann. Vor allem dann, wenn die erzieherische Kontrolle unzureichend ist - was eben auch sehr h\u00e4ufig der Fall ist.<br>\u2022 Es entstehen - ebenfalls nachvollziehbar - erkl\u00e4rbare Frustrationsmodelle und diese m\u00fcnden letztlich h\u00e4ufig in das, was wir konditionierte Leinenaggression nennen.<br>\u2022 Derartige Hunde k\u00f6nnen an der Leine aggressiv und zunehmend sogar bissig sein (Frustration), weil sie unter den sozialen Entbehrungen leiden.<br>\u2022 Sollten sie sich von der Leine rei\u00dfen schwenken sie h\u00e4ufig von Aggression \u2013 f\u00fcr den Betrachter von au\u00dfen pl\u00f6tzlich und \u00fcberraschend \u2013 in eine meist penetrante Spielaufforderung mit sozialen \u201eVergewaltigungs-Momenten\u201c.<br>Keine Aggression mehr, aber sozial ohne kommunikative Kompetenzen.<br>Respekt und Individualdistanz sind mit die wichtigsten Kompetenzgrundlagen f\u00fcr soziales Miteinander. Das aber wurde diesen Hunden nie beigebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Humanpsychologie mit interessanten Fakten<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin nach fast 40 Jahren gelebter Praxis absolut \u00fcberzeugt, dass es nicht richtig sein kann, Welpen und auch erwachsenen Hunden unmittelbar nach der Vermittlung von Lerninhalten soziales Spiel mit Artgenossen zu \u201everordnen\u201c. Warum das nicht sein sollte, zeigen uns \u2013 neben eigenen Erfahrungen \u2013 eindeutige Forschungsergebnisse aus der Humanpsychologie.<br>Und dass die Humanpsychologie in der Hirnforschung so gravierend abweichend von der Tier- bzw. S\u00e4ugetierpsychologie sein soll, halte ich ohnehin f\u00fcr \u00fcberholt.<br>Sozialemotionales Lernen zwischen dem menschlichen und dem hundlichen Gehirn l\u00e4uft mehr als \u00e4hnlich ab!<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 2016 ist (auszugsweise) zum Thema Gehirnforschung in \"Die Welt\" zu lesen: Und erst seit kurzem wissen wir auch, dass sich selbst nach dem Lernen, wenn wir schon gar nicht mehr an Vokabeln denken, die Spuren des Gelernten im Gehirn verfestigen. Und das ist eigentlich ganz spannend. Man spricht von Konsolidierung. (Neurowissenschaftler Manfred Spitzer).<\/p>\n\n\n\n<p>Konsolidierung bedeutet, dass Lernen nicht unmittelbar mit dem Abschluss von Lern\u00fcbungen beendet ist, sondern erst Stunden danach! Und Konsolidierung erfolgt idealerweise in einer PAUSE! Forschungsergebnisse haben ergeben, dass bei uns Menschen Spiel und Sport UNMITTELBAR NACH Lern\u00fcbungen Keine signifikante Festigung der erlernten Elemente nach sich ziehen. Dies geschieht erst dann, wenn erst ca. 4 Stunden nach dem Lernen Sport und Spiel erfolgen. Damit zeigt mir nicht nur die jahrelange Erfahrung von mir und meiner Frau, sondern auch die Hirnforschung im humanpsychologischen Bereich, dass wir keine Lernfestigung erwarten d\u00fcrfen, wenn wir UNMITTELBAR nach dem Lernen Rennspiele initiieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt:<br>Lernen ist ein fortlaufender Konstruktionsprozess im Gehirn<br>Das emotionale Erfahrungsged\u00e4chtnis pr\u00fcft st\u00e4ndig, ob ein bestimmtes Verhalten mit Lustempfindungen verbunden ist. Trifft dies zu, dann f\u00fchlen wir uns motiviert, dieses Verhalten wiederholt auszuf\u00fchren. Je intensiver die Lust dabei empfunden wird, umso mehr erfolgt eine Priorisierung bei der k\u00fcnftigen Konstruktion des Gehirns.<br>Demnach hat ein soziales Rennspiel mit Artgenossen f\u00fcr einen Hund eine weitaus h\u00f6here Priorit\u00e4t als beispielsweise die alternative Besch\u00e4ftigung mit dem Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig dabei: Was das Gehirn als hochwertig einstuft, saugt es auf.<br>Weniger Hochwertiges wird weniger aufgesaugt (\u201eder erste Eindruck z\u00e4hlt, der letzte bleibt\u201c stimmt wirklich).<br>Welchen Sinn macht somit ein Sozialspiel mit Artgenossen am Ende einer Trainingsstunde, wenn wir sicher sein k\u00f6nnen, dass solch ein Spiel eine viel h\u00f6here Priorit\u00e4t einnimmt, als alles andere, was zuvor ge\u00fcbt wurde.<br>Ich sehe das soziale Spiel am Ende einer \u00dcbungsstunde als das, was es wirklich ist: ein ideologisch konzipiertes und auf Irrt\u00fcmern basierendes Konstrukt von Menschen, die am Ende einer \u00dcbungsstunde nicht den zufriedenen, sondern den gl\u00fcckseligen (berauschten) Hund sehen wollen. Wie sehr sich dieser doch freut, wenn er fiepend und vor Vorfreude zitternd zur n\u00e4chsten Unterrichtsstunde kommt.<br>Das Resultat ist Tag f\u00fcr Tag im Alltag und auch seit Jahren zunehmend in der \u201eProblemhund-Beratung\u201c zu erkennen.<br>Auch wenn es zum Kampf gegen \u201eWindm\u00fchlen\u201c und zum st\u00e4ndigen Schwimmen gegen den Strom mutiert; ich betone erneut: Das abschlie\u00dfende Sozialspiel zwischen Hunden unmittelbar nach dem Training ist ganz einfach ein ideologisch gefestigter Riesen-Irrtum, der auf dem R\u00fccken und zum Leidwesen unglaublich vieler Hunde ausgetragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Baumann,&nbsp;M\u00e4rz&nbsp;2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Thomas Baumann,&nbsp;M\u00e4rz&nbsp;2023 Wenn Hunde nur noch spielen wollen und nicht mehr kommunizieren k\u00f6nnen. 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